Erfahrungsbericht: chillsmau war im Popup-Shop im Westside

Das Westside geht in der Kommunikation immer wieder neue Wege. So suchte das Shopping- und Erlebniscenter gegen Ende letzten Jahres kreative Macher, die ein attraktives Produkt zu bieten haben und es im Popup-Shop gleich selber vertreiben wollen (wir berichteten). Der Clou an der Sache ist, dass sich die temporären Shopbetreiber für einen Franken pro Tag einmieten können.

chillsmauWir haben uns mit Pascal Müller, Inhaber von chillsmau, unterhalten und ihn gefragt, wie nachhaltig der knapp zweiwöchige Aufenthalt im Westside für seinen Online-Shop war.

Pascal, bitte erkläre doch, was chillsmau ist und für was es steht:
Pascal Müller: chillsmau ist ein kleines Kleiderlabel aus Bern. Wir haben das Label vor einem Jahr gegründet und wollen ein kleines Stück Berner Mentalität in die Welt hinaus tragen. Wir sind nämlich überzeugt, dass Berner nicht langsam sind. Sie wissen einfach, wie man richtig chillt.

Ihr verkauft „normalerweise“ ausschliesslich über euren Online-Shop. Was gibt’s dort alles zu kaufen?
Wir haben momentan 7 verschiedene Shirts im Angebot, zwei davon sind Poloshirts. Alle Shirts sind unter dem Label OEKOTEX 100 produziert, das einerseits garantiert, dass sämtliche Produktionsschritte ökologischen Standards genügen. Andererseits setzt das Label gewisse soziale Mindeststandards in den Produktionsstätten.

An wen richtet sich euer Sortiment?
An Berner, an Leute die gerne chillen und natürlich an Leute, denen unsere Shirts einfach so gefallen.

Das Westside hat Ende letzten Jahres kreative Macher für seinen neuen Popup-Shop gesucht. Wie seid ihr darauf gestossen?
Ein Kollege hat mich auf die Aktion hingewiesen.

Was hat euch dazu bewogen, euch beim Westside zu melden?
Wir wollten unsere Produkte mal einem etwas grösseren Publikum zeigen.

Wie ging es weiter? Wie wurde die Idee konkretisiert?
Wir haben uns beworben, mussten das Westside von unserer Idee überzeugen und erhielten dann schliesslich die Zusage.

Wie sah der temporäre Einzug ins Westside logistisch aus? Was musste alles vorbereitet werden? Wer stand an der Ladentheke?
Da gab es eine ganze Menge zu organisieren. Da wir bisher nur online verkauft haben, mussten wir z.B. Preisschilder für die Shirts drucken lassen. Diese haben wir in Handarbeit gelocht und mit einem Faden an den Shirts befestigt. Auch mussten wir ein schlaues Kassensystem besorgen. Wir haben uns dort für SumUp entschieden, das uns auch die Möglichkeit bot, Kreditkarten zu akzeptieren.

Gab es einen „Mitnutzer“ während dieser Zeit? Wie hat dort die Zusammenarbeit stattgefunden?
Ja, den Popup-Shop haben wir gemeinsam mit dem Schülerprojekt Flyve geführt. Sie ergänzten unser Sortiment optimal und mit ihnen konnten wir auch optimal die Präsenzzeiten im Laden für die einzelnen Parteien etwas reduzieren.

Ihr wart vom 13. bis 25. Juli im Westside? Ein idealer Zeitpunkt – Stichwort Ferien?
Nein, der Zeitpunkt war eher schlecht. Nicht nur, dass Ferien waren: es war auch während zwei Wochen fast durchgehend sonnig und über 30°C. Alles andere als optimales Shopping-Wetter.

Wie wurde der Einzug ins Westside beworben? Wie hat euch das Westside dabei unterstützt (Screens, Webseite, Social Media, externe Werbung)?
Einerseits hat das Westside auf den eigenen Kanälen Werbung gemacht und auch Zeitungsinserate geschaltet. Andererseits haben wir natürlich über unsere Social Media Kanäle und über unseren Newsletter ein bisschen die Werbetrommel gerührt.

chillsmau

Habt Ihr selber Werbung gemacht? Owned, earned oder paid?
Ja, primär über unsere Social Media Kanäle. Zusätzlich haben wir am ersten Tag eine Medienmitteilung verschickt. Aufgrund dieser Medienmitteilung hat dann 20Minuten einen Artikel geschaltet.

Welche Rolle spielten die Sozialen Medien dabei?
Für uns als Kleinstunternehmen sind die sozialen Medien ein sehr wichtiger Kanal, um mit unserem Zielpublikum in Dialog zu treten. Konventionelle Werbung können wir uns kaum leisten.

Welche Cross-Channel / Multichannel-Marketing-Massnahmen – also Kunden digital abholen und physisch in den Laden bringen – habt ihr angewendet?
Wir haben z.B. an einem Tag ein Konzert im Shop veranstaltet, das wir über unsere digitalen Kanäle kommuniziert haben. Das hat durchaus auch Leute angelockt. Zudem gab es vor Ort einen Selfie Contest. Die Leute mussten dann z.B. über Facebook ein Foto auf unserer Wall posten. Das hat uns nicht nur Likes gebracht sondern auch den einen oder anderen Besucher im Store.

Wie bringt man somit Online-Kunden in einen physischen Laden?
Indem man im Laden etwas spezielles bietet.

Welche KPIs habt ihr euch gesteckt und konntet ihr sie erreichen?
Wir hätten gerne 50 Shirts verkauft. Dieses Ziel haben wir leider nicht erreicht.

Was hat euch euer Engagement im Westside gekostet?
Nun, das kommt darauf an, wie man es rechnet. Die Shopfläche hat uns einen Franken pro Tag gekostet. Ich mache chillsmau als Hobby neben meinem normalen Job. Im Shop hatte ich eine hohe Präsenzzeit, da ich keine Angestellten beschäftigt habe. Wenn man also meine Arbeitszeit rechnet, waren die Kosten um einiges höher. Würde ich diese Zeit jedoch rechnen, hätte ich das Projekt wohl gar nie starten dürfen…

Was hat euch eure Präsenz im Westside schlussendlich gebracht? Wie nachhaltig war der Einzug?
Es gab neben den Verkäufen durchaus auch Leute, die mal einen Flyer mitgenommen haben und sagten: das wäre durchaus mal etwas für Weihnachten oder für ein Geburtstagsgeschenk.

Würdest du es nochmals machen bzw. was würdet ihr anders machen?
Ja, aber wenn möglich nicht Mitte Juli.

Mehr zu chillsmau findest Du auch auf ihren Social Media-Profilen:
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Alle bisherigen Popup-Shops im Westside.

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